Aktuell
Willen Waffen Wahn
Ein Liederabend in Zeiten des Krieges mit Carl von Clausewitz
UA: 21. August 2026, Schwartzsche Villa Berlin
Der szenisch-musikalische Abend konfrontiert das Denken des preußischen Militärwissenschaftlers Carl von Clausewitz mit der emotionalen Wucht moderner Musik und lässt die Bruchlinien heutiger Konflikte scharf hervortreten. Auszüge aus „Vom Kriege“ treffen auf Lieder und Klavierwerke eines verwundeten Jahrhunderts. Clausewitz‘ Überlegungen zu „Verteidigung“, „Abschreckung“ und „totalem Krieg“ klingen erschreckend gegenwärtig. Im Wechselspiel von theoretischer Analyse und menschlichen Erfahrungen, wie sie u.a. in Liedern und Klavierwerken von Eisler, Wolpe, Dessau erklingen, entsteht ein verstörend aktueller Dialog, in dem Denken und Fühlen einander befragen: die Sprache der Strategie trifft auf den Klang des Erlebens, Analyse auf Aufschrei, Vernunft auf Verlust. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Debatten über Krieg, Aufrüstung und Wehrpflicht fragt der Abend: Wie lässt sich über Krieg nachdenken, ohne ihn zu legitimieren? Wie rational kann Gewalt sein? Und wann dient Krieg einer Ideologie?
“Willen Waffen Wahn” wird gefördert aus Mitteln der dezentralen Kulturarbeit des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf von Berlin, Fachbereich Kultur.
Mit: Matthew Rubenstein, Anna von Schrottenberg
Konzept & Regie: Johanna Hasse
Hans im Glück
Katrin Lange, P.: 8. November 2026, Vorpommersche Landesbühne
Nach sieben Jahren Dienst hat Hans es gründlich satt, in der Ferne zu leben. Er hat seinen Vertrag erfüllt und alle Karriereangebote seines Herren schlägt er in den Wind. Mit Macht zieht es ihn nach Hause. Dorthin, wo der Geruch der Wiesen ihm vertraut ist. Ja, er will wieder zurück in sein Dorf. Der reiche, alte Kaufmann meint es allzu gut mit dem wackeren Hans und schenkt ihm zum Abschied einen großen Klumpen Goldes, unter dessen Gewicht Hans mächtig ins Schwitzen kommt. Auf seiner langen Heimreise begegnet er dem einen und der anderen ,und jeder ist auf seine eigene Weise in Bedrängnis. Jeder braucht etwas anderes, als das, was er gerade hat. Hans tauscht gern Dinge und Perspektiven, dann, wenn alle etwas davon haben. Und er hat ja Recht: Was nützt der schönste Klumpen Gold, wenn Hans ihn nicht nach Hause zu schaffen vermag? Er braucht ein Pferd. Und bald hat er eins. Aber was nützt ihm ein schönes Pferd, wenn er Hunger und Durst leiden muss? Hans begegnet unterwegs vielen klugen Leuten und weil er sich leicht von seinem Besitz trennt, wird er zum Meister des Tauschhandels. Er lässt sich jedes Mal verführen von der Aussicht auf Erleichterung und richtet flugs sein Interesse auf ein neues Ding. Am Ende bringt er dennoch einen Schatz nach Hause. Ist er nun dumm oder ist er klug, dieser Hans im Glück?
Katrin Lange hat das bekannte Märchen bearbeitet und einen gewitzten, subversiven Hans erschaffen, der sich um die Gesetze des Kapitalismus gar nicht kümmert und stattdessen strikt seinen subjektiven Wertmaßstäben folgt. Nichts ist ihm fremder, als der Respekt vor dem objektiven Wert der Ware. Stets stellt er sich die überaus vernünftige Frage, wie viel er selbst eigentlich braucht zum Glück.
Mit: Erwin Bröderbauer, Ronja Gericke, Elisa Härtel, Alexander Wolfshohl
Regie: Johanna Hasse
Bühne & Kostüme: Ute Lindenbeck
Wir doch nicht
Nora Burgard-Arp, UA: 27. November 2026, monsun.theater Hamburg
„Wir würden doch merken, wenn es kippt?”
Zwei Menschen. Ein geschlossenes System. Fragen über Fragen. Routinen, Beziehungen und ein Raum, der langsam auseinanderfällt. Wände werden zu durchlässigen Grenzen. Eine Tür öffnet sich, doch niemand geht hindurch.
Die Zukunft: Deutschland wird von einer autoritären Partei regiert, die Leben, Körper und Rechte kontrolliert. Mathilda beendet heimlich ihre Schwangerschaft und beginnt damit einen inneren Aufstand gegen ein System aus Überwachung, Unterdrückung und Angst.
Anhand Mathildas Geschichte aus dem gleichnamigen Roman von Nora Burgard-Arp stellt “Wir doch nicht” unbequeme Fragen an unsere Gegenwart: Wie viel Kontrolle akzeptieren wir aus Angst? Wann wird Anpassung zur Gewohnheit? Und warum fühlt sich Schweigen manchmal einfacher an als Widerstand? Am Ende richtet sich der Blick zurück auf uns. Wie weit lassen wir es zu? Wie lange glauben wir, nicht betroffen zu sein?
Ein schauspiel-performatives Fragenkorsett über politische Verschiebungen, Selbstbestimmung und das späte Erwachen in einer Gesellschaft, die glaubt, nicht gemeint zu sein.
Eine Eigenproduktion des monsun.theaters, gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg. Die Aufführungsrechte des Romans „Wir doch nicht“ von Nora Burgard-Arp liegen beim Katapult-Verlag GmbH.
Mit: Melissa Anna Schmidt, Tobias Wollschläger
Konzept & Regie: Johanna Hasse
Konzept & Raum: Francoise Hüsges
Sound: Karl Degenhardt
Licht & Ton: Katharina Theßeling, Iurii Asthakov
Video & Technik: Martin Hüsges
Produktionsleitung: Francoise Hüsges, Emilie Lietz
Produktionsassistenz: Ghislain Martinez

Stilles Land (AT)
Stoffentwicklung & Drehbuch